Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps)

Halter: Johannes Udart, Sabrina Höft

Größe und Alter: 45-50cm, 10-15 Jahre

Vorkommen: heiße, trockene Baumsteppen und Trockenwälder mit Übergängen zu
     Wüstensteppen im Osten Australiens (Southe Australia, New South Wales,
     Quensland); tagaktiv

Geschlechtsunterschiede: Männchen besitzen an der Schwanzunterseite zwei
     Hemipenestaschen. Dazu den Schwanz vorsichtig (!) leicht über den Rücken
     Richtung Kopf biegen, dann erkennt man an der Schwanzbasis zwei Erhebungen.

Besonderheiten: können mithilfe ihres Zungenbeinapparates ihre Kehle (den Bart)
     aufstellen

Terrarium: Für ein Pärchen sollte das Terrarium laut dem „Gutachten über
     Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ (Bundesministerium für
     Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) mindestens folgende Maße haben:
     5xKRL (Kopf-Rumpf-Länge des größten Tieres) x 4xKRL x 3xKRL (Länge x Breite
     x Höhe). Bei einer Kopf-Rumpf-Länge von 25cm (erwachsenes Tiere) entspräche
     das folgenden Maßen: 125cm x 100cm x 75 cm. Da dies unübliche Maßen sind ist
     die Änderung in 150cm x 80cm x 80cm empfehlenswerter. Es dürfen niemals
     mehrere Männchen in einem Terrarium gehalten werden (sie sind sehr territorial).

Einrichtung: Sand in feiner Körnung als Bodengrund; Korkröhren (zum Klettern und
     als Versteck) und stabile Äste (Durchmesser sollte größer sein als die Breite der
     Bartagame) sowie Steine entsprechender Größe (es darf keine Möglichkeit
     bestehen, dass die Tiere diese untergraben können, wegen der
     Verletzungsgefahr)

Klima/Beleuchtung: die Tageslänge liegt außerhalb der Winterruhe bei 12-14
     Stunden; alle Leuchtmittel sind so zu installieren, dass die Tiere sie nicht
     erreichen können; unter den Wärmespots sollten Temperaturen zwischen 40 und
     50°C herrschen, im Rest des Terrariums ein Temperaturgradient von 25 bis
     40°C; wichtig ist eine Beleuchtung mit UVA (Wohlbefinden, Erneuerungsvorgänge
     der Haut) und UVB (Vitamin D3-Synthese); Heizmatten und Heizkabel sind für
     Bartagamen völlig ungeeignet, da sie einen falschen Temperaturgradienten
     erzeugen (je tiefer man in den Bodengrund kommt, desto wärmer wird es anstatt
     kälter) und die Tiere können sich schwere Verbrennungen holen; nachts reicht
     Zimmertemperatur (18-23°C) aus; einige male pro Woche sollte abends das
     Terrarium mit lauwarmen Wasser besprüht werden (v.a. wenn sich die Tiere
     häuten)

Nahrung: alles was die Tiere überwältigen können. Tierische Kost sollte v.a. aus
     Wirbellosen (z.B. Spinnen, Heuschrecken) bestehen, da Kleinsäugerfütterung
     schnell zur Verfettung führt. Als pflanzliche Kost (besonders ungiftige
     Wildkräuter sind gut geeignet); Jungtiere 50-60% tierische Kost, Rest pflanzliche;
     Erwachsene 30-40% tierische Kost, Rest pflanzliche. Pflanzliche Kost kann so viel
     gereicht werden, wie die Tiere fressen. Tierischen Kost darf man nicht zu
     reichlich gefüttert werden, da die Tiere schnell verfetten. Alle Kost muss mit
     einem Vitamin- und Mineralstoffpräparrat bestäubt werden

Winterruhe: Eine Winterruhe ist für die Gesunderhaltung der Tiere und für die Zucht
     unabdingbar. Dazu wird die Beleuchtung und die Wärmequellen schrittweise über
     mehrere Wochen bis auf etwa 10 Sunden (Licht) und 9 Stunden (Wärmelampen)
     reduziert. Während dieser Zeit und während der Winterruhe werden die Tiere
     nicht gefüttert. Damit sich der Darm wirklich vollständig entleert (Bakterien würden
     während der Winterruhe Nahrungsreste zersetzen, was zum Tod der Tiere führt)
     sollte man die Tiere in lauwarmen Wasser baden. Die Winterruhe sollte über ca.   
     Monate laufen. Während dieser Zeit besprüht man ab und zu die Tiere und das
     Versteck leicht mit warmen Wasser. Nach der Winterruhe verfährt man mit dem
     Aufwärmen wie beim Abkühlen.

Zucht: Zur Paarungszeit sollte man den Tieren gemahlene Sepiaschale zur
     Verfügung stellen, da die Bildung von Eischalen sehr viel Calcium kostet.
     Während der Trächtigkeit kann das Weibchen etwas mehr tierische Kost erhalten.
     Für die Eiablage bietet man den Weibchen entweder eine Box mit
     angefeuchtetem Sand an oder legt einen Sandhügel mit feuchten Sand im
     Terrarium an.
     Die Eier überführt man in einen Inkubator (dabei dürfen die Eier nicht gedreht
     werden). Man füllt in kleine Plastikschalen, in dem man knapp unter den Decken
     kleine Luftlöcher in die Seiten gestochen hat (z.B. leere Grillendosen)
     angefeuchtete, feinkörnige Pflanzenhydrokultursteinchen (z.B. Seramis) oder
     Vermiculit (Dämmmaterial). Darin vergräbt man die Eier zu 2/3. Bei tagsüber 28°-
     29°C, nachts 26°-27°C sowie einer Luftfeuchtigkeit von >90% schlüpfen die
     Jungtiere nach ca. 55-100 Tagen. Die Jungtiere werden in den ersten Tagen auf
     Küchenpapier gehalten, bis sich die Bauchdecke vollständig geschlossen hat. Da
     Jungtiere schnell austrocknen sollte ihnen eine flache Schale zum Baden
     angeboten werden, ansonsten können sie wie die erwachsenen Tiere gehalten
     werden.