Brachypelma auratum (Goldknie-Vogelspinne)
Größe und Alter
bis zu 8 cm; Weibchen leben bis zu 15 Jahre. Die Böcke (Männchen) sterben 2 bis 3 Jahre nach der Reifehäutung.
Vorkommen
Mexiko
Geschlechtsunterschiede
Böcke sind meist kleiner und „zierlicher“ als die Weibchen. Bei den Böcken erkennt man nach der Reifehäutung Geschlechtsreife) eindeutig die meist birnenförmigen, spitz zulaufenden Kopulationsorgane (Bulben) an den vordersten Tastergliedern (Pedipalpen).
Besonderheiten
Brachypelma auratum besitzt Brenn- bzw. Reizhaare auf dem Abdomen, die zur Verteidigung blitzschnell mit den hinteren Beinpaaren abgestreift werden. Dies kann unangenehmer als ein Biss sein, denn die Reizhaare können tief in die Haut eindringen und lang anhaltenden Juck- und Brennreiz verursachen.
Giftigkeit
Ein Spinnenbiss kann zwar unangenehm schmerzhaft sein, ist aber nicht schlimmer als ein Bienen- oder Wespenstich – also in aller Regel ungefährlich! Es können einige Symptome auftreten wie Ödeme im Bereich der Bissstelle, eine Anschwellung lokaler Lymphknoten sowie Übelkeit oder Taubheitsgefühl. Meistens werden diese Symptome nur noch verstärkt, weil die gebissene Person in Panik geraten. Dies gilt für gesunde Menschen. Bei Menschen, die allergisch auf Insektengifte reagieren, kann ein Biss allerdings lebensbedrohliche Auswirkungen haben!
Verwechslungsarten
Brachypelma auratum wird häufig mit der Brachypelma smithi verwechselt. B. auratum ist jedoch dunkler gefärbt und hat rote Bänder auf dem zweiten Beinglied vom Körper aus gesehen (B. smithi hat orange Bänder).
Häutung
Die Häufigkeit der Häutung hängt vom Alter des Tieres ab. Frisch geschlüpfte Spiderlinge häuten sich in Abständen von wenigen Wochenspäter verlängert sich dies bis hin zu drei Monaten, ja sogar bis zu einem Jahr. Böcke häuten sich nach ihrer Reifehäutung nicht mehr, hingegen die Weibchen in Abständen von bis zu zwei Jahren. Vor der Häutung färbt sich das Abdomen tiefschwarz und die Spinne nimmt etwa 2 bis 3 Wochen davor keine Nahrung mehr zu sich. Boden bewohnende Spinnen ziehen sich in ihr Versteck zurück und spinnen den Eingang zu. Sie legen sich zur Häutung auf den Rücken und pumpen eine so genannte Exuvialflüssigkeit zwischen die alte und neue Haut, damit diese sich voneinander lösen. Die äußere Hülle des Cephalothorax platzt. Der Carapax klappt auf und die Spinne schiebt sich nach außen. Dieser Vorgang dauert bei ausgewachsenen Spinnen zwischen 6 und 12 Stunden. Danach muss das Außenskelett (besteht aus Chitin) aushärten. Die Spinnen fangen nach etwa 1 Woche erst wieder Beute.
Terrarium
Für eine ausgewachsene Spinne sollten die Maße des Terrariums 40 cm x 40 cm x 30 cm (Länge x Breite x Höhe) betragen. Es sollte nicht zu hoch sein, denn B. auratum ist eine Boden bewohnende Vogelspinne. Wenn sie ein pralles Abdomen (Hinterleib) aufweist und zu hoch klettert, könnte es sein, dass sie sich nicht mehr halten kann, abstürzt und das Abdomen aufplatzt!
Einrichtung
Eine 10 cm dicke Bodenschicht aus Kokoserde ist zu empfehlen, da die Spinne manchmal selbst gegrabene Wohnröhren bewohnt. Zudem sollten Korkstücke oder –röhren als zusätzliche Versteckmöglichkeiten angeboten werden. Eine Bepflanzung ist nicht notwendig, da die Spinnen ihr Terrarium regelmäßig „neu aufräumen und einrichten“. Ein Wassernapf sollte nicht fehlen, damit die Spinne bei Bedarf trinken kann.
Beleuchtung und Beheizung
Über eine Beleuchtung für die nachtaktiven Vogelspinnen lässt sich streiten. Jedoch lässt sich darüber die gewünschte Tagtemperatur von 25 bis 30°C ohne zusätzliche Beheizung sehr gut erreichen.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Tagsüber sollte die Temperatur zwischen 25 und 30°C betragen, nachts wird sie auf etwa 22°C abgesenkt. Die Luftfeuchtigkeit sollte immer ungefähr bei 70 bis 80% liegen, welche zur leichteren Häutung der Spinne beiträgt. Die Luftfeuchtigkeit wird durch tägliches Einsprühen des Beckens oder durch Befeuchtung des Bodengrundes erreicht.
Nahrung
Die Nahrungspalette reicht von Heimchen, Grillen und Heuschrecken über Babymäuse und Springer bis zu Babyratten. Die Größe der Futtertiere sollte der Spinne angepasst sein.
Zucht
Vogelspinnen sind Einzelgänger, deshalb sollte man sie immer einzeln halten! Sie werden nur zur Verpaarung im Terrarium des Weibchens zusammengesetzt. Nicht jeder Paarungsversuch verspricht Erfolg, denn das Weibchen akzeptiert nicht jeden Bock und könnte ihn zudem verspeisen, wenn er nicht rechtzeitig das Weite sucht. Deshalb sollte das Weibchen auch vorher gut gefüttert worden sein. Kommt es aber zu einer Verpaarung, überträgt der Bock das Sperma mithilfe der Bulben in die Samentasche des Weibchens. Dieser Vorgang dauert zwischen einer Minute bis hin zu einer halben Stunde. Danach ösen sie sich voneinander, der Bock geht seiner Wege oder wird gefressen. Bis zur Eiablage kann bis zu ein Jahr vergehen. Das Weibchen beginnt, einen Kokon zu weben, in den die Eier abgelegt werden. Mit sehr viel Hingabe bewacht die Spinne den Kokon bis zum Schlüpfen. Nun sollte man den Kokon von der Mutter entfernen, damit das „Einsammeln“ der Spiderlinge leichter fällt.