Trächtigkeit, Eiablage, Inkubation und Aufzucht der Jungtiere von Pogona vitticeps (Bartagame)

In den 6 Wochen zwischen erfolgreicher Paarung und Eiablage wird man bei dem Weibchen eine starke Gewichtszunahme feststellen. In dieser Zeit ist besonders auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Den Vitaminhaushalt kann man gut mit der Fütterung von Nestjungen Mäusen stärken. Des weiteren bietet es sich an dem Weibchen eine Schale mit zerstoßener Sepiaschale (in jeder Zoohandlung zu erhalten) zur Verfügung zu stellen um einen guten Calciumhaushalt zu gewährleisten. 2-3 Tage vor der Eiablage beginnt das Weibchen „nervös“ durch das Terrarium zu laufen und nach einen geeigneten Eiablageplatz zu suchen. Nach mehreren Probegrabungen entscheidet sich das Weibchen für einen Stelle an der es dann eine Eiablagehöhle gräbt. Die Temperatur sollte dort zwischen 25°C und 30°C liegen der Bodengrund sollte rund 30cm -60cm hoch (Sand aufschichten) und mäßig feucht sein. Die normale Gelegegröße bewegt sich zwischen 20-30 Eiern. Rekordgelege mit über 60 Eiern sind zwar bestätigt bilden aber wohl ehr die Ausnahme.

(Weibchen bei der Eiablage im Terrarium)

Die oben angegeben Bedingungen im Becken sollten zwingend eingehalten werden da es sonst zu einer Legenot kommen kann. Legenot bedeutet, dass das Weibchen aus physischen oder psychischen Gründen sein Gelege nicht absetzen kann. Eine Legenot äußert sich durch tief liegende Augen, Apathie (Teilnahmslosigkeit) und ein „murmeln“ im Bauch . Legenot muss unbedingt von einem reptilienkundigen Tierarzt behandelt werden da es sonst zum Tod des Tieres kommt.

(Freigelegte Eier im Terrarium)

Die abgelegten Eier sollten aus dem Terrarium entfernt werden da es sehr schwer ist die erforderlichen Inkubationsbedingungen (Temperatur & Luftfeuchtigkeit) auf Dauer zu erfüllen. Am Besten legt man die Eier vorsichtig mit einem Pinsel frei. Als nächstes markiert man die obenliegende Seite der Eier mit einem Punkt um beim herausnehmen eine Verdrehung um die Längsachse zu vermeiden. Dies ist sehr wichtig da das Embryo beim verdrehen unter den Dottersack geraten und dadurch erdrückt werden könnte.

(Freilegen des Geleges)

Bevor man die Eier aus dem Terrarium entnimmt bereitet man die Inkubationsbehälter vor. Besonders gut eignen sich handelsübliche Grillendosen. Diese werden mit feuchtem Vermiculit (ein Brutsubstrat das man in jedem gut sortiertem Zoofachgeschäft kaufen kann) gefüllt. Durch den in der Ecke eingebrachten Schlauch wird das Nachbewässern während der Inkubationszeit vereinfacht. Nachdem die Eier in die Behälter eingebracht wurden, legt man deren Deckel schräg auf, um das herabtropfen von Kondenswasser auf die Eier zu verhindern.

(Eier im Brutsubstrat)

Als letztes überführt man die Brutbehälter in einen Inkubator (Brutschrank). Diesen kann man entweder im Fachhandel kaufen oder man baut ihn sich selbst. Letzteres ist die deutlich günstigere Variante. Der Bau eines Inkubators erfordert nur ein wenig handwerkliches Geschick. Das Internet bietet hierzu eine große Anzahl an Anleitungen für den Bau. Nach ca. 60 Tagen bei 27°C bis 29°C und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 95% schlüpfen die Jungtiere aus den Eiern. Häufig kommt es vor das bei den frisch geschlüpften Babys die Bauchdecke noch nicht vollständig geschlossen und der Dottersack noch nicht ganz aufgenommen ist. Aus diesem Grund setzt man die Frischlinge auf eine saubere Unterlage (z.B.: Küchenrolle oder ein sauberes Handtuch) und bringt sie noch mal für 24 Stunden im Brutschrank (bei mangelndem Platz auch gleich in einem Aufzuchtsterrarium) unter. Auf keinen Fall dürfen die Jungtiere mit zu den erwachsenen Tieren ins Terrarium gesetzt werden (werden als Nahrung angesehen). Nach 2-3 Tagen beginnen die kleinen Bartis mit der Nahrungsaufnahme. Man füttert sie genauso wie die Eltern nur alles etwas kleiner und etwas mehr tierische Kost. Statt Heuschrecken – Grillen. Statt Zophobas – Mehlwürmer u.s.w. Pflanzliche Kost sollte auch von Anfang an gefüttert werden. Bei guter Fütterung und ausreichendem UV-Licht kann man den Kleinen bald förmlich beim wachsen zusehen.

(Inkubator mit Gelege)

Und jetzt wünschen wir viel Spaß beim Züchten!!