Jungferngecko (Lepidodactylus lugubri)
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Halter
Johannes Udart
Herkunft
Ursprünglich stammt der Jungferngecko von den Marshall Inseln und dem Arno Atoll. Mittlerweile fühlt er sich in den tropischen und subtropischen Regionen der ganzen Welt zuhause.
Größe und Alter
Gesamtlänge 8 cm bis 10 cm; a. 5 Jahre
Geschlechtsunterschiede
Männchen sind eine absolute Seltenheit und die, die es gibt, sind meistens steril. 99,8 % der Jungferngeckos sind Weibchen.
Besonderheiten
Die Weibchen vermehren sich parthenogenetisch (Jungfernzeugung, durch unbefruchtete Eier). Jungferngeckos können über die Haftlamellen an Ihren Füßen sogar Glasscheiben hoch laufen. Lepidodactylus lugubris kann wie die meisten Geckos seinen Schwanz bei Gefahr an extra dafür vorgesehenen Stellen abwerfen. Jungferngeckos rollen zum „schlafen“ ihren Schwanz spiralförmig auf. Die Geckos kommunizieren untereinander über „schnalzende“ Geräusche.
Erwerb
Über private Züchter oder über ein Zoofachgeschäft aber bitte keine Wildfänge, denn die Anzahl an Deutschen Nachzuchten ist wirklich groß genug.
Terrarium
Nach dem Gutachten an die „Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ beträgt die Beckengröße für 2 Tiere: 3 x 4 x 6 ( L x B x H ) x Kopf-Rumpf-Länge plus 15 % auf die Grundfläche für jedes weitere Tier. D.h.: (3 x 5 cm) x (4 x 5 cm) x (6 x 5 cm) = 15 cm x 20 cm x 30 cm für ein Pärchen. Größer ist aber wie immer besser.
Einrichtung
Häufig wird Sand als Bodengrund empfohlen, ich persönlich verwende allerdings Kokos-Substrat gemischt mit Terrarienerde. Als Einrichtungsgegenstände eignen sich Korkäste und Korkröhren zum Klettern und Verstecken. Man kann das Becken mit echten Pflanzen einrichten ich allerdings bevorzuge Plastikpflanzen, denn diese lassen sich leichter reinigen, werden von den Futtertieren nicht angefressen und sehen mittlerweile auch täuschend echt aus.
Klima
Tagsüber 24°C bis 28°C, nachts Raumtemperatur ( 20°C );
Luftfeuchtigkeit 65 % bis 75 %.
Beleuchtung
Eine Neonröhre für die Beleuchtung und für gute UVA- und UVB-Werte. Ein Spotstrahler um die Temperatur im Becken zu erreichen. Die Wattstärke beider Leuchtkörper hängt natürlich von der Beckengröße ab.
Nahrung
Jungferngeckos fressen alles an Insekten was sie überwältigen können. Dazu gehören zum Beispiel: Kleine Grillen und Heimchen, Fliegen und Drosophila (Fruchtfliegen), Motte, Mehlwürmer, Buffalowürmer u.s.w. Lepidodactylus lugubris schleckt außerdem gerne an süßen Früchten oder an Fruchtbrei. Um den Vitamin- / Mineralstoffhaushalt zu decken sollten die Futtertiere vor dem verfüttern ausgewogen ernährt werden ( Apfel, Karotte, Salat, Gurke… ) und direkt vor der Verfütterung mit einem Vitamin/Mineralstoffpräparat bestäubt werden.
Zusätzlich sollte dem Jungferngeckos immer ein Schälchen mit zerstoßener Eier- oder Sepiaschale zu Verfügung gestellt werden. Ihren Flüssigkeitsbedarf decken die Tiere über das lecken an Früchten oder über das aufnehmen von Sprüh-/Kondenswasser.
Winterruhe
Eine Winterruhe im eigentlichen Sinn wird bei den Jungferngeckos nicht durchgeführt. Ich persönlich senke in den Wintermonaten die Temperatur für 3 Monate um 2°C bis 3°C ab um den Tieren einen natürlichen Jahresrhythmus zu bieten.
Zucht
Jungferngeckos kleben im Abstand von 14 – 70 Tagen ein Gelege mit 2 Eiern im Terrarium an. (Gelege mit einem Ei oder drei Eiern kommen vor sind aber eher die Seltenheit.) Man belässt die Eier am Besten im Terrarium. Die Inkubationsdauer hängt stark von der Temperatur ab. Je höher die Temperatur, desto kürzer die Inkubationszeit, allerdings ist bei Eiern die bei niedriger Temperatur inkubiert werden die Schlupfrate höher und die Nachzuchten sind stabiler. Bei 24°C und einer Nachtabsenkung auf Raumtemperatur schlüpfen die Jungtiere nach ca. 60 – 70 Tagen. Die Jungtiere kann man bei ausreichenden Platzverhältnissen im Terrarium des Elterntiers belassen. Die ausgewachsenen Jungferngeckos können gut zwischen Futtertieren und ihren Jungtieren unterscheiden. Nach 7 – 10 Monaten kleben die Jungtiere dann selbst ihre ersten Gelege an. Mit etwas Geduld kann man sich so selbst mit einem einzelnen Tier eine eigene kleine Zuchtgruppe aufbauen.
