Gewöhnliche Moschusschildkröte (Sternotherus odoratus)
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Alle hier gemachten Angaben gelten gleichermaßen für die Dach - Moschusschildkröte (Sternotherus carinatus)
Halter
Johannes Udart
Größe und Alter
Panzerlängen von 14,0 cm werden manchmal erreicht. Der Schnitt liegt aber bei 8 cm bis 11 cm wobei Männchen und Weibchen annähernd gleich groß sind. Bei guter Pflege können diese Tiere bis zu 55 Jahre alt werden.
Herkunft
Südöstliches Kanada über südöstliche USA
Geschlechtsunterschiede
Männchen: Ein deutlich längerer Schwanz, Kloake liegt näher an der Schwanzspitze, Schwanzspitze ist als Hornnagel ausgebildet und Haftpolster an der Innenseite der Hinterbeine.
Weibchen: Kurzer Schwanz, Kloake nah am Panzer, (meistens) kein Hornnagel, keine Haftpolster.
Besonderheiten
Die Moschusschildkröte weiß sich gut zu verteidigen. Sie besitzt die Fähigkeit einen Duftstoff abzusondern der in separaten Drüsen gebildet wird. Eingewöhnte Tiere machen aber kaum noch von dieser Fähigkeit gebrauch. Es ist allerdings zu beachten das gestresste Moschusschildkröten sehr beißfreudig sind und der Biss relativ schmerzhaft ist. Sternotherus odoratus ist ein „schlechter“ Schwimmer. Sie läuft lieber über den Boden als richtig zu schwimmen. Daher reicht ein Wasserstand von ca. 20 cm.
Erwerb
Privater Züchter oder in einer fachlich guten Zoohandlung. Der Private Züchter ist auf Grund der meist intensiveren Beratung vorzuziehen.
Terrarium
Nach dem „Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) ergibt sich folgende Formel: Grundfläche: 3 x Panzerlänge x 1,5 x Panzerlänge Wasserstand: Doppelte Panzerbreite Für das 3. und 4. Tier kommen jeweils 10 % auf die Grundfläche dazu. Ab dem 5. Tier 20 %. Allerdings gilt auch hier wie immer: Je größer desto besser!!!
Einrichtung
Feiner Sand als Bodengrund. Dies gibt den Tieren die Chance sich einzugraben und beim fressen versehentlich verschluckter Sand führt nicht zu Darmverschlüssen. Ansonsten: Steine, Äste und Pflanze. Alles sollte so gesichert sein das kein Tier sich darunter verklemmen kann. Ein kleiner Landteil sollte nicht fehlen, besonders bei trächtigen Weibchen um ihnen die Chance zur Eiablage zu geben. Der Landteil lässt sich sehr gut mit einem mit Sand gefüllten Blumenkasten und etwas Zierkork verwirklichen. Ein Filter ist nicht zwangsläufig nötig, reduziert aber den täglichen Pflegeaufwand ungemein.
Klima
Februar bis November: 20°C bis 28°C. November, Dezember, Januar: Winterruhe.
Beleuchtung
Sternotherus odoratus stellt keine hohen Ansprüche an die Beleuchtung. Die Tiere sind sogar ein wenig „Lichtscheu“. Ein Einfacher 40 Watt Strahler über dem Landteil reicht im Regelfall völlig aus. UV Licht wirkt sich meiner Meinung nach positiv auf jedes Lebewesen aus, ist aber bei Moschusschildkröten nicht zwangsläufig nötig.
Nahrung
Moschusschildkröten sind wahre Allesfresser. Lebendfutter: Würmer, Gehäuseschnecken (keine gefährdeten Arten wie die Weinbergschnecke), Enchyträen, Grillen Frostfutter: Rote- Weiße- Schwarze- Mückenlarven, Muschelfleisch, Herz, Fisch Pflanzen: verschiedene Algen, Trauben, Salat. (Allerdings wird pflanzliche Kost aus meiner Erfahrung nur von einzelnen Tieren angenommen.) Trockenfutter: Katzen und Hundefutter in Pellet Form. Schildkrötensticks (Diese verschmutzen allerdings meistens das Wasser sehr stark.) Sonstiges: Rinderherz, Geflügelherz
Winterruhe
3-4 Wochen vor der eigentlichen Winterruhe hört man auf zu füttern, sodass sich der Darm der Tiere vollständig entleert. Dies ist wichtig da sich sonst Fäulnisgase bilden können und das Tier daran sterben kann. In dieser Zeit reduziert man auch allmählich die Beleuchtungsdauer und die Temperatur. Am Ende der 3-4 Wochen stellt man die Schildkröten erst mal für 2 Tage an einen kühlen (frostsicheren!) Platz. Danach verbringt man die Schildkröten in einer Box mit feuchten (nicht nassen!) Sand in den Kühlschrank. Dort verbringen sie bei 5°C – 7°C die nächsten 2 – 3 Wochen. Zwischenzeitlich kontrolliert man immer wieder das Gewicht der Tiere. Bei einem drastischen Abfall des Gewichts muss man die Winterruhe vorzeitig beenden, denn dies weißt häufig auf eine Erkrankung des Tieres hin. Nach Beendigung der „Kühlschrankphase“ beginnt man wieder langsam die Temperatur sowie die Beleuchtungsdauer zu steigern bis man bei seinen ursprünglichen Werten angekommen ist.
Zucht
Man sollte männlichen Moschusschildkröten alleine halten und nur zur Paarung zu den Weibchen zusetzen, da die dauernden Paarungsversuche ansonsten zu viel Stress für die Weibchen bedeuten würden. Niemals darf man zwei Männchen zusammen halten. Nach der Winterruhe sind Schildkröten sehr paarungsfreudig. Das Männchen umklammert das Weibchen zur Paarung von hinten und „hält“ sich mit seinen Haftpolstern an deren Panzer fest. Das absetzen des Geleges erfolgt ungefähr 4 - 6 Wochen nach der Paarung. Die Gelegegröße bewegt sich zwischen 1 und 10 Eiern. Diese werden bei 25°C – 29°C und einer Luftfeuchtigkeit von 95 % - 98 % in einem Brutschrank inkubiert. Beachten: bei 25°C mehr Männchen; bei 29°C mehr Weibchen! Nach 60 – 100 Tagen (je nach Temperatur) schlüpfen die Jungtiere. Diese müssen in einem separaten Becken aufgezogen werden. Für Einrichtung des Aquaterrariums wie für das Futter gelten dieselben Bedingungen wie bei den erwachsenen Tieren.

