Der Tokeh (Gekko gecko)
Halter
Johannes Udart
Herkunft
Indien, Philippinen, Indonesien, Südchina, Indochina
Größe und Alter
36 cm im Schnitt, davon entfallen ca. 18 cm auf die KRL (Kopf–Rumpf-Länge) und 18 cm auf den Schwanz; ca. 20 Jahre
Geschlechtsunterschiede
Männchen haben eine Hemipenistasche. Tuberkelartige Schuppen seitlich hinter der Kloakenöffnung sind bei männlichen Tieren größer als bei den weiblichen. Männchen erscheinen in der Gesamtheit massiger/ kräftiger.
Besonderheiten
Die Tiere sind sehr beißfreudig wenn sie sich in die Ecke gedrängt fühlen. Einmal verbissen lässt der Tokeh auch nicht mehr so schnell los. Die häufig empfohlene Methode das Tier unter Wasser zu tauchen nach dem Motto: „Wenn er keine Luft mehr kriegt lässt er schon los!“ halte ich aus Tierschutzgründen für unangebracht. Wenn ich meine Tokehs aus dem Becken nehme arbeite ich mit Lederhandschuhen. Verbeißt sich ein Tier in dem Handschuh ziehe ich diesen aus und „gebe“ ihn dem Tier mit ins Terrarium. Nach einigen Minuten lässt Gekko gecko dann den Handschuh los. Tokehs haben die Möglichkeit ihren Schwanz an mehreren dafür vorgesehenen Stellen abzuwerfen um Angreifer zu verwirren und abzulenken. Dieser Vorgang geschieht aus Reflex und kann vom Tier nicht beeinflusst werden. Abgeworfene Schwänze wachsen zwar nach sind aber in Länge, Farbe und Beschuppung nicht mit dem Original zu vergleichen. Der Tokeh hat seinen Namen übrigens durch die Rufe der geschlechtsreifen Männchen. Nach einem „Knurren“ ertönt ein lautes „Tokeh“. Diese Rufe können in einem Mietshaus zu Streitigkeiten mit den Nachbarn führen, da die Rufe meist nachts ertönen und verhältnismäßig laut sind. Unter folgendem Link finden Sie eine Aufnahme von einem rufenden Tokeh Männchen.: http://www.reinhold-gass.de/TERRARIUM/TIERE/REPTILIEN/GECKOS/geckos.html
Erwerb
Wie bei allen Terrarientieren sind auch bei Tokehs Nachzuchten den Wildfängen vorzuziehen, da diese häufig mit Krankheiten und Parasiten behaftet sind.
Terrarium
Aus dem Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien ergeben sich für ein Pärchen folgende Maße: 6 x 6 x 8 (L x B x H in Kopf-Rumpf-Länge), d.h.: ( 6 x 18 cm ) x ( 6 x 18 cm ) x ( 8 x 18 cm ) = 108 cm x 108 cm x 144 cm. Für jedes weitere Tier kommen 15 % auf die Grundfläche dazu. Auch hier gilt wie immer: Je größer, desto besser !!! Es sollten keine 2 Männchen in einem Terrarium gehalten werden. 1 Männchen und 2-3 Weibchen sind ideal.
Einrichtung
Rück- und Seitenwände können mit Kork verkleidet werden (einfach mit Silikon einkleben), dies hat den Vorteil das sich die durch einsprühen erzielte Luftfeuchtigkeit länger im Becken hält. Als Bodengrund eignet sich Blumenerde (Achtung!!! Unbedingt ungedüngte Blumenerde verwenden). Eine Wasserschale sollte den Tokehs in jedem Fall zur Verfügung gestellt werden. Korkröhren sind sehr praktisch da sie gleichzeitig Klettermöglichkeiten und Verstecke bilden. Ob unechte oder echte Pflanzen ist jedem selbst überlassen.
Klima
Tagestemperaturen: 25°C bis 30°C / punktuell 30°C bis 35°C Nachts: Nicht unter 18°C Luftfeuchtigkeit tagsüber: 60 % bis 70 % / nachts: 80 % bis 90 %
Beleuchtung
Temperatur und Helligkeit erreicht man relativ einfach über ein UV-Neonröhre und einen Spotstrahler. Watt-Zahl muss der Beckengröße angepasst werden. Sehr sinnvoll ist bei Tokehs eine Nachtbeleuchtung um die Tiere in ihrer aktiven Phase beobachten zu können. Verwirklichen kann man dies über Leuchtdioden, gefärbte Leuchtstoffröhren oder spezielle Lampen.
Nahrung
Heuschrecken, Zophobas, Grillen, Heimchen, Babymäuse, Pinkys (Maden),Argentinische Waldschaben, Rosenkäferlarven, Mehlwürmer, Regenwürmer Sämtliche Futtertiere sind natürlich regelmäßig mit Vitamin-/Calzium-/Phosphor-Pulver zu bestäuben.
Winterruhe
Eine Winterruhe im eigentlichen Sinn wird bei Gekko gecko nicht durchgeführt. Man reduziert/steigert die Beleuchtungsdauer und die Temperatur mit dem Verlauf der Jahreszeiten um den Tieren einen natürlichen Biorhythmus zu bieten. Eine solcher Biorhythmus wirkt sich auch sehr gut auf das Paarungsverhalten aus.
Zucht
Das Männchen verfolgt das Weibchen durch das Becken und schmiegt sich an sie. Wenn das weibliche Tier ruhig liegen bleibt wird sie vom Männchen durch einen Biss im Nacken fixiert und so angehoben das die Kloake frei liegt. Nach der Paarung trennen sich beide Tiere wieder voneinander. Die Tragzeit beträgt ca. 30 Tage. Danach werden die Eier meistens paarweise von dem Weibchen versteckt irgendwo im Becken angeklebt. Von einem überführen der Eier in einen Brutschrank ist abzusehen da die Eier bei dem Versuch sie aus dem Becken zu entfernen wahrscheinlich zerbrechen würden. Außerdem bewachen Tokehs ihr Gelege und kümmern sich nach dem Schlupf um ihre Jungtiere. Einmal aus dem Becken entfernt und dann wieder zurückgesetzt werden die Babys aber meistens gefressen. Inkubiert werden die Eier wie gesagt im Becken bei den dort gegebenen klimatischen Bedingungen (Die für diesen Zeitraum besonders stabil sein sollten). Da die Inkubationsdauer von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig ist, liegt die Dauer bis zum Schlupf zwischen 95 und 220 Tagen. Die Jungtiere zieht man am besten zusammen mit den Eltern in einem Terrarium auf, da diese sich vorbildlich um ihre Kleinen kümmern. Wenn die Jungtiere geschlechtsreif werden, müssen sie aus dem Becken der Eltern entfernt werden, um Inzucht oder Rivalität zweier Männchen (Bruder/ Vater) zu vermeiden.